29.07.2020

Essen im Wandel der Zeit

Traditionelle einheimische Lebensmittel sind in Timor-Leste in Vergessenheit geraten. Dabei sind sie gesund, ökologisch und Teil der Identität, und können zur Ernährungssicherheit beitragen. Aus der einstigen Notnahrung im Krieg und zu Hungerzeiten werden heute innovative Gerichte zubereitet.

Überlebensnahrung oder „revolutionäre“ Lebensmittel, die in Timor-Leste zu Zeiten des Einmarschs und der Kolonisierung durch Portugal, Japan und Indonesien gegessen wurden. © Safira Guterres

Das Problem der Mangelernährung in Timor-Leste wird von vielen lokalen und internationalen NGOs, von der Regierung, insbesondere dem Gesundheitsministerium, aber auch von den lokalen Gemeinschaften selbst angegangen. Was sie essen und wie sie nahrhafte Mahlzeiten zubereiten können, um ihre Kinder gut zu ernähren, wird als ein wichtiges Thema angesehen.

Mit einheimischen und natürlichen Nahrungsmitteln konnten sich viele Menschen während der indonesischen Besatzungszeit ernähren. Sie halfen ihnen dabei zu überleben. Nur einige wenige dieser Nahrungsmittel werden noch immer gegessen, andere sind vergessen und heute durch importierte Nahrungsmittel ersetzt worden. Leider sind viele Osttimores*innen in dem Glauben aufgewachsen, dass nur arme Menschen Wildpflanzen essen.

Inzwischen erfahren die lokale Küche und Wildpflanzen eine Aufwertung durch eine noch kleine Bewegung. Aus der einstigen Notnahrung im Krieg und zu Hungerzeiten werden heute innovative Gerichte zubereitet. Zwar gelten wilde Bohnen und Knollen als Nahrung in Notzeiten, doch in der traditionellen Ernährung der Timores*innen waren sie einst weit verbreitet.

"Es ist von entscheidender Bedeutung", schreibt die junge Food Storytellerin , "die einheimische Sorten wiederzubeleben und ihre Geschichten für die jüngere Generation zu dokumentiert. Sie sind die wertvollen Lebensmittel unserer Vorfahren. Viele Menschen in Timor-Leste haben sich von ihnen abgewandt. Es fehlt ihnen an Informationen über den Nährwert dieser Nahrungsmittel. Stattdessen griffen sie zu billigen importierten Lebensmittel. Das hat zu einer ungesunden Ernährung geführt. Gesundes Essen zu fördern ist das Hauptziel von Ernährungsprogrammen."

Hier geht es zum Artikel von im Online-Magazin südostasien: Timor-Leste - Essen im Wandel der Zeit

Schlagworte: Identität, Hunger, Krieg, Ernährung, Osttimor

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