02.08.2019

Impressionen vom Jahresseminar Digitalisierung: Chancen und Risiken für die Zivilgesellschaft - Philippinische und Deutsche Perspektiven

Unser Jahresseminar 2019 war für die 29 Teilnehmer*innen, die sich vom 14. bis 16. Juni in Bonn trafen, informativ, lebendig und erkenntnisreich. Die aktuellen Situation in den Philippinen sorgte erwartungsgemäß für reichlich Diskussionsstoff, zu dem philippinische und deutsche Gäste referierten.

Teilnehmer*innen des Jahresseminar 2019, Bonn

Das dreitägige Seminar beschäftigte sich mit der aktuellen politischen Situation in den Philippinen, beleuchtete informationstechnologische und gesetzliche Entwicklungen in den Philippinen und Deutschland und diskutierte die Rolle der sozialen Medien sowie von Technologiekonzernen, Regierung und Zivilgesellschaft. Alte Bekannte und neue Gesichter lernten sich kennen, tauschten sich aus und vernetzten sich für zukünftige Kooperationen.

Ein Highlight des Wochenendes stellte der Beitrag des Aktionskünstlers und Aktivist Carlos Celdran dar, der sich wenige Monate zuvor aufgrund von Anfeindungen und gesetzlichen Repressionsmaßnahmen dazu gezwungen sah ins Exil zu gehen. Er ist bekannt für sein vielseitiges politisches und künstlerisches Engagement und seine performativen Führungen durch Intramuros in Manila. Nutzte er die sozialen Medien zunächst als Medium für seine gesellschaftspolitische Kunst, Arbeit und Teilhabe so erwiesen sie sich schließlich als tückische Plattform für Verfolgung, Hass und Repression.

Die Vorführung des Dokumentarfilms „The Cleaners“ von Hans Block und Moritz Riesewick am Freitagabend sowie die vorangegangenen Vorträge am Samstag von Dr. Rosa Castillo, Hannah Wolf, Milan Tahraoui, Niklas Reese (siehe Programm) sowie das Panel zum Einfluss sozialer Netzwerke auf (transnationale) Familien, Freundschaften und Identität mit Maike Dittke, Analie Neiteler, Pastor June Mark Yañez und Tobias Grummel eröffneten Einblicke in konkrete Chancen und Risiken der Digitalisierung und legten den Blick auf bisher ungelöste Dilemmata frei.

Wie viel Freiheit muss es geben, um politisch oder wirtschaftlich motivierte Repressionen zu verhindern? Wie viel Regulierung braucht es, um Hass-Rede und Desinformation zu begegnen? Ist es besser sich zu entziehen oder Online-Medien und soziale Netzwerke als Mittel für politisches Engagement zu nutzen? Welche Konsequenzen und Möglichkeiten ergeben sich daraus? Wie kann die Produktion von Gadgets, die wir tagtäglich nutzen, fair gestaltet werden? Fragen wie diese führten zu einem lebhaften Austausch zwischen den 29 Teilnehmer*innen und Referent*innen, die vom 14.-16. Juni zum Haus Venusberg gekommen waren und sich in das Seminar einbrachten. Deutlich wurde, dass es keine einfachen Antworten auf diese Fragen gibt und die facettenreiche Komplexität des Themas uns auch weiterhin beschäftigen wird.

Das philippinenbüro bedankt sich ganz herzlich für die finanzielle Unterstützung des Seminars durch Engagement Global, Katholischer Fonds, der Vereinten Evangelischen Mission, der Evangelischen Kirche in Westfalen und im Rheinland.