14.05.2018

Nein zum Raubbau in der Tiefsee – Positionspapier zivilgesellschaftlicher Akteure zum Tiefseebergbau

Der aktuelle Koalitionsvertrag der CDU, SPD und CSU sieht vor, zur Förderung des Bedarfs an Hochtechnologie, Projekte im Tiefseebergbau auszubauen. Das steht mit dem Anliegen des Schutzes der Tiefsee als gemeinsames Erbe der Menschheit im Widerspruch, und kann darüber hinaus auch nicht abzuschätzende Auswirkungen auf das maritime Ökosystem und die vom Meer abhängige Bevölkerung haben.

Über 90 Millionen Tonnen Metalle werden laut der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe jährlich zur Produktion von Maschinen, elektrischer Ausrüstung oder Automobilenimportiert. Hinzu kommen die vielen Rohstoffe aus verarbeiteten und aus Vorprodukten. Dabeiübersteigen diese Konsum- und Produktionsmuster die planetaren Grenzen und laufen konträr zu globaler Ressourcengerechtigkeit. Denn der Abbau von Rohstoffen ist global mitgroßen sozialen und ökologischen Kosten verbunden, die sich nicht in den Rohstoff- und Produktpreisen wiederfinden und vor allem in Ländern des globalen Südens anfallen. Auch geht er häufig mit Menschenrechteverletzungen einher.

Mit den weltweit weiterhin hohen Begehrlichkeiten nach neuen Rohstoffquellen und dengeringen Erträgen aus terrestrischen Lagerstätten rücken die marinen mineralischen Rohstoffeder Ozeane und Meere zunehmend in den Fokus. Mittlerweile gibt es zahlreiche Explorations- und Forschungsprojekte für Bergbau in der Tiefsee.

Die Bundesregierung unterstützt politisch und finanziell eine Reihe von Industrie- und Forschungsinitiativen, die den Tiefseebergbau massiv vorantreiben. Die in der AG Tiefseebergbau zusammengeschlossenen Umwelt-, Entwicklungs- und Menschenrechtsorganisationenfordern dagegen ein rasches Umdenken und Umlenken der Politik. Der absolute Rohstoffverbrauch in Deutschland und Europa muss massiv reduziert werden. Die Tiefsee muss als gemeinsames Erbe der Menschheit geschützt werden. Das schließt den Tiefseebergbau aus, da dieser in jedem Fall mit gravierenden Störungen der marinen Ökosysteme, mit Artensterben und unkalkulierbaren Folgewirkungen für die Meereswelt wie auch für die Menschen an ihren Küsten einhergeht und einer nachhaltigen Ressourcenpolitik entgegensteht.

Die unterzeichnenden Organisationen fordern deswegen von der Bundesregierung ein entschiedenes politisches Umsteuern weg vom Raubbau an der Tiefsee!

Die AG Tiefseebergbau setzt sich zusammen aus den Organisationen Brot für die Welt, BUND, Fair Oceans, Forum Umwelt und Entwicklung, MISEREOR, Ozeanien Dialog, Powershift und der Stiftung Asienhaus.

Lesen Sie hier unser vollständiges Positionspapier.

Hier finden Sie die aktuelle Pressemitteilung des AK Rohstoffe zum Tag der Meere.