06.03.2020

Thementag Südostasien mit Vortragsreihe zu den Neuen Seidenstraßen

Update Coronavirus: Die Veranstaltung am 29. März ist abgesagt. Wir prüfen, ob die Veranstaltung bzw. die Vortragsreihe, in dieser oder anderer Form, zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden kann. Etwaige Neuplanungen werden einige Zeit in Anspruch nehmen, wir bitten hierfür um Verständnis.

Thementag Südostasien findet am 29. März 2020 in Köln statt.

Anlässlich des 70-jährigen Bestehens der Deutsch-Indonesischen Gesellschaft Köln widmet sich das Rautenstrauch-Joest-Museum am Sonntag, den 29. März 2020, einen ganzen Tag lang besonders der indonesischen Inselwelt. Dabei sind die Stiftung Asienhaus und das philippinenbüro mit drei inhaltlichen Vorträgen zu den Neuen Seidenstraßen vertreten. 

Der Thementag Südostasien startet um 10 Uhr. Die Vorträge der Stiftung Asienhaus und des philippinenbüros finden zwischen 14 und 17 Uhr statt.

Buntes Rahmenprogramm am Thementag

Bei einem Programm für die ganze Familie können Sie erste Schritte indonesischer Tänze einstudieren, die Welt des Schattenspiels entdecken und geheimnisvolle Batikmuster entschlüsseln. Lesungen laden zum Zuhören ein und die Gruppe Kyai Sabda nimmt Sie mit auf eine Reise durch die Klangwelten des javanischen Gamelan.

Vortragsreihe zu den Neuen Seidenstraßen

In einer spannenden Vortragsreihe der Stiftung Asienhaus und des philippinenbüros geht es um die von China angestoßene internationale Infrastrukturinitiative, den sogenannten Neuen Seidenstraßen. Was genau hat es mit dieser Initiative auf sich und was bedeutet sie für Indonesien sowie seine südostasiatischen Nachbarstaaten? Sie sind eingeladen, dies mit uns zu diskutieren.

14 bis 15 Uhr, Bibliothek, RJM
Die alten Seidenstraßen: eine kurze Geschichte der chinesisch-südostasiatischen Beziehungen

Seit 2013 wird Xi Jinpings Initiative der Neuen Seidenstraßen (chin. yī dài yī lù 一带一路, engl. Belt and Road Initiative) kontrovers in den internationalen Medien diskutiert. Die Initiative umfasst eine ganze Reihe von Infrastrukturprojekten, von Häfen und Eisenbahnlinien bis zu Staudämmen und Industrieanlagen. Diese sollen China mit der Welt sowohl auf dem Land- als auch Seeweg verbinden. Südostasien spielt innerhalb der Initiative eine wichtige Rolle für die „neue“ maritime Seidenstraße. Aus historischer Sicht überlagert das neue Label „BRI“ eine Vielzahl von älteren Beziehungen zwischen Südostasien und China.

In seinem Vortrag zum Thementag Südostasien wirft Christian Straube Schlaglichter auf die Geschichte dieser Beziehungen vom Tributsystem der Ming und Südostasiens „chinesischem Jahrhundert“, über das Ende des kaiserlichen Chinas aus südostasiatischer Sicht bis hin zur Reform und Öffnungspolitik unter Deng Xiaoping und der von Jiang Zemin initiierten Go-Out-Strategie für die chinesische Wirtschaft.

Referent: Christian Straube, China-Programm, Stiftung Asienhaus

15 bis 16 Uhr, Bibliothek, RJM
Auf Neuen Seidenstraßen in ein Goldenes Zeitalter?

Es wird nur Gewinner geben, preist die chinesische Regierung die Neuen Seidenstraßen an. Dreistellige Milliarden-Investitionen in Transportwege vor allem in Asien, Zentral- und Osteuropa und Afrika würden einen weltweiten Entwicklungsschub bringen und der in die Krise geratenen Globalisierung neuen Schwung geben. Doch in die anfänglich verbreitete Euphorie über die offiziell als BRI, als „Belt and Road“ bezeichnete ehrgeizige Initiative, mischen sich sechs Jahre nach ihrer Ankündigung durch Staats- und Parteichef Xi Jinping zunehmend Skepsis, ja, schwerwiegende Bedenken.

Referent*innen: Dr. Uwe Hoering, Publizist, Autor von ‚Der Lange Marsch 2.0. Chinas Neue Seidenstraßen als Entwicklungsmodell’, Dr. Christa Wichterich, Soziologin, Publizistin, Hochschullehrerin

16 bis 17 Uhr, Bibliothek, RJM
Wohlstand für alle?! Mit Chinas Geld zum Ziel – Entwicklungsperspektiven in den Philippinen und Kambodscha

Großinfrastrukturprojekte boomen in Südostasien, spätestens seitdem die chinesische Staatsführung die Initiative der Neuen Seidenstraßen gestartet hat. Chinesische Unternehmen investieren beispielsweise massiv in neue Brücken-, Straßen- und Hafenprojekte. Mit dem Amtsantritt Rodrigo Dutertes in den Philippinen ist der politische Kurs Manilas seit 2016 deutlich chinafreundlicher geworden, politisch wie wirtschaftlich. So unterstützen chinesische Investoren den Bau des Kaliwa Staudammprojekts, der die Wasserversorgung Metro Manilas garantieren soll, allerdings auf Kosten der Indigenen Dumagat, die im Staudammgebiet leben. Auch in Kambodscha wird massiv investiert, was besonders in der Hafenstadt Sihanoukville drastische Ausmaße nimmt.

Referent*innen: Mirjam Overhoff, philippinenbüro e.V., Raphael Göpel, Stiftung Asienhaus.

Im Foyer erwartet Sie neben einem Stand der Stiftung Asienhaus und des philippinenbüros e.V. ein ausgesuchtes Bühnenprogramm mit einer Modenschau mit traditioneller Kleidung, Live-Musik und Tänzen aus allen Teilen des Archipels, Informationsund Verkaufsstände sowie Kulinarisches aus Indonesien und Thailand.

Weitere Informationen erhalten Sie im Programmflyer zum Thementag Südostasien.

Hier gibt es weitere Informationen zum Rautenstrauch-Joest-Museum und seinen Ausstellungen.

Schlagworte: Entwicklung, Menschenrechte, Infrastruktur, Philippinen, Südostasien, Indonesien, China

Termine

26.09.2020 | Online-Event
13.11.2020 |

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