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Blickwechsel Thailand: Nach der Wahl ist vor der Wahl?; Köln, 2019

Nicola Glass

Am 24. März 2019 wurden in Thailand erstmals seit dem Putsch vom Mai 2014 Parlamentswahlen abgehalten. Allerdings war die Abstimmung, die das Militär wiederholt hinausgezögert hatte, alles andere als frei und fair. Zugleich zeigt sich, dass das Land weiter tief gespalten ist.

Polizisten in einem Wahllokal im Bezirk Pathum Wan, Bangkok, helfen den Wähler*innen zu überprüfen, ob ihre Namen in der Wahlliste eingetragen sind (Foto: privat).

Klar ist, dass wenig klar ist: Nach dem Urnengang in Thailand herrschen Chaos, Frust und gar Wut im Land. Mehr als 51 Millionen Wahlberechtigte, davon sieben Millionen Erstwähler*innen, waren am 24. März dazu aufgerufen, die 500 Mandate des thailändischen Unterhauses zu bestimmen, davon 350 in den Wahlkreisen direkt, die anderen 150 entsprechend des Stimmenanteils der jeweiligen Parteien und deren Listen.

Vorläufige Ergebnisse der Wahlkommission

Vorläufige Ergebnisse ließ die thailändische Wahlkommission nur per Salamitaktik durchsickern: Am 28. März verkündete sie, die erst 2018 gegründete militär-treue Palang Pracharath Partei, die den einstigen Armeechef und heutigen Juntachef Prayut Chan-ocha zu ihrem Spitzenkandidaten kürte, habe die meisten Stimmen erhalten. Wogegen die oppositionelle Puea Thai, das politische Lager um Ex-Premierminister Thaksin Shinawatra und dessen Schwester, die einstige Regierungschefin Yingluck Shinawatra, mehr Sitze erringen konnte.

Offizielles Endergebnis im Mai nach der Krönung von König Vajiralongkorn

Wegen unklarer Mehrheiten zieht sich die Regierungsbildung in die Länge. Denn die Wahlkommission gab nicht die vollständige Sitzverteilung bekannt, sondern zunächst nur die Anzahl der 350 Direktmandate. Offiziell will die Wahlkommission die restliche Sitzverteilung und damit das amtliche Endergebnis erst am 9. Mai bestätigen - nach der Krönung von König Vajiralongkorn.

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Sprache: deutsch
Schlagworte: Autoritarismus, Menschenrechte, Demokratie, Wahlkampf, Wahlen, Thailand