Publikationen

Mit Sand aufgefüllt: Wie Phnom Penhs größter See verschwindet, 2022

Sahmakum Teang Tnaut (STT) und Stiftung Asienhaus

Der größte See der kambodschanischen Hauptstadt wird seit einigen Jahren aufgeschüttet, um Land für Bauprojekte zu erschließen. Dies zerstört nicht nur Flora und Fauna, sondern führt auch zu Vertreibungen von Familien und dem Verlust ihrer Lebensgrundlagen.

Der Tamok-See ist der größte See der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh (Foto: STT).

Der Tamok-See in Phnom Penh ist die Heimat von etwa 1.000 Menschen. Die meisten der etwa 300 Familien leben vom Fischfang oder dem Anbau von Aquakulturen, wie z. B. Lotosblumen und Wasserspinat, sowie von Landwirtschaft und verschiedenen Kleingewerben. Die Siedlungen am See bestehen aus einfach gebauten, oft kleinen, Häusern. Der See ist reich an Fischen und Vögeln, das Ökosystem am See und dem umliegenden Feuchtgebiet divers und lebendig.

2016 erklärte die kambodschanische Regierung den Tamok-See zum öffentlichen Staatseigentum, wodurch er eigentlich geschützt und für das öffentliche Interesse bewahrt werden sollte. Seit 2018 wurden jedoch zahlreiche Flächen des Sees an staatliche Einrichtungen und Privatpersonen vergeben. Landerschließungen mit dem Auffüllen von Sand haben begonnen. Die Folgen einer anvisierten wirtschaftlichen Nutzung und Bebbauung der Flächen sind Vertreibungen, Verlust von Biodiversität und Umweltverschmutzung, der Verlust von Lebensgrundlagen für Fischer:innen und Kleinbäuer:innen sowie zunehmende Überschwemmungen durch den Verlust von Hochwasserschutz.

Dieser Bericht ist eine Kooperation zwischen der Stiftung Asienhaus und der kambodschanischen Nichtregierungsorganisation Sahmakum Teang Tnaut (STT). Er basiert auf der Studie ‚Boeung Ramok or Boeung Kobsrov, Facts and Figures #43‘.

Download:

Sprache: deutsch

Termine

17.05.2022 | Online Event
17.09.2022 | Alte Feuerwache, Köln

Corona in Asien: Zivilgesellschaftliche Länderperspektiven

Jetzt bestellen & lesen!

Broschüre: Monolog oder Dialog? von Stiftung Asienhaus & philippinenbüro e.V. (Hg.), Köln 2021

Unser gemeinsames Online-Magazin mit Artikeln der aktuellen Ausgabe " It's the collective, stupid! - Zeitgenössische Kunst in Südostasien"