Publikationen

Blickwechsel: Genug! – Ringen um Anerkennung und Gerechtigkeit in Timor-Leste; Köln, 2017

Maria Tschanz und Monika Schlicher

Die Bemühungen um Strafverfolgung der Menschenrechtsverbrechen während der Besatzungszeit durch Indonesien 1975–1999 gelten gemeinhin als gescheitert. Diese Beurteilung vermittelt ein Bild der Stagnation und Resignation in Timor-Leste, das den Blick auf das verdeckt, was sich auf gesellschaftspolitischer Ebene zum Umgang mit der belasteten Vergangenheit vollzieht.

Trauma-Heilung: "Überlebende-Sein" © ACbit

Maria Tschanz und Monika Schlicher sprachen im Dezember 2016 in Timor-Leste mit Manuela Leong Pereira, Direktorin der NGO ACbit – Asosiasaun Chega! ba Ita.

ACbit – Asosiasaun Chega! ba Ita wurde 2010 aus der tiefen Überzeugung gegründet, dass es den Konflikten und Ungerechtigkeiten in Timor-Leste genug ist. Die Umsetzung der Empfehlungen der Wahrheitskommission soll dazu beitragen, dass sich Gewalt nicht wiederholt. Der Spruch »Chega! Ba Ita« (Genug! für uns) unterstreicht diese Haltung, dass der CAVR-Bericht, der auf den Erfahrungen und Stimmen der Menschen basiert, für die Menschen geschrieben wurde. Es ist kein Dokument, das aufbewahrt und vergessen werden sollte. Es ist ein lebendes Dokument, das gleichsam für die kommenden Generationen von Bedeutung ist. Auf vielfältige Weise unterstützt ACbit die Opfer bei der Einforderung ihrer Rechte. Die Organisation stärkt Interessenvertretungen und bringt die Betroffenen direkt mit den zuständigen Regierungsvertreter*innen und sozialen Diensten in Kontakt.

Der Beitrag erschien in gekürzter Fassung in südostasien 1/2017: Alles was Recht ist?; Köln, April 2017

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Schlagworte: Osttimor, Gender, Gerechtigkeit, Menschenrechte