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Blickwechsel: Lichtjahre von Demokratie entfernt - Thailand drei Jahre nach dem Militärputsch; Köln, 2017

Nicola Glass

Seit sich Thailands Militär am 22. Mai 2014 an die Macht geputscht hat, wird die Menschenrechtslage immer desolater. Eine Rückkehr zur Demokratie liegt in weiter Ferne. In Zweckgemeinschaft mit dem unpopulären König sucht die Junta ihre eigenen Machtansprüche langfristig zu zementieren. Ein Beitrag von Nicola Glass.

Proteste gegen den Putsch im Mai 2014 am Victory Monument © Nicola Glass

Von merklichen Protesten und Demonstrationen gegen die Junta war so gut wie nichts zu sehen an diesem 22. Mai. Dafür sorgte ein anderer Vorfall am dritten Jahrestag des Putsches für Schlagzeilen: In einem vom Militär betriebenen Krankenhaus in Bangkok detonierte eine Bombe, durch die mehr als 20 Menschen verletzt wurden. Über die Hintergründe des Anschlags und die mutmaßlichen Täter gab es zunächst keine Details. Allerdings meldete sich Armeechef Chalermchai Sittisart zu Wort und sagte, die Explosion habe darauf abgezielt, Unruhe zu stiften. Für Juntachef und Premierminister Prayuth Chan-ocha war dies laut der Tageszeitung »Bangkok Post« vom 24. Mai eine für die Machthaber willkommene Gelegenheit zu erklären, dass die Wahlen erneut hinaus gezögert würden, wenn es weiterhin Unruhe im Land gebe. Dabei war der von den Militärs versprochene Urnengang bereits mehrfach verschoben worden; zuletzt hatte es noch geheißen, dieser sollte anstatt Ende 2017 im kommenden Jahr stattfinden.

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Schlagworte: Thailand, Militär, Menschenrechte, Demokratie