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Hintergrundinformationen: Philippinen: Vereitelter Frieden? ; Köln, 2015

Rainer Werning

Im Süden der Philippinen herrscht vielerorts wieder Gewalt. Dabei hätte der vor einem Jahr ausgehandelte Friedensvertrag zwischen der Aquino-Regierung und der Moro Islamischen Befreiungsfront (MILF) einer geschundenen Zivilbevölkerung endlich ein Durchatmen und wenigstens etwas Sicherheit bescheren können. Was ist da nur schief gelaufen? Eine Analyse von Rainer Werning.

 

«Wir leben hier in einem Frieden, der dem Zustand eines permanenten Krieges gleicht», hatte mir der langjährige Freund und inzwischen verstorbene Altaktivist Malik S. (*) erklärt, als sich die Regierung unter Präsident Joseph E. Estrada im März 2000 zum Krieg rüstete. Damals schwadronierte der Mann im Malacañang-Palast in Manila über den «totalen Krieg» gegen die Moros, die muslimische Bevölkerung im Süden und deren Organisationen – vor allem die MILF. Estrada drohte, sie – so wörtlich – «zu Asche zu pulverisieren». Anfang Juli 2000 war es dann so weit. Eliteeinheiten der philippinischen Streitkräfte (AFP) nahmen das MILFHauptquartier Camp Abubakar ein. Auf den Trümmern zerschossener Schulen und Moscheen feierte der Präsident, gleichzeitig auch Oberkommandierender der AFP, mit einer ausgelassenen Soldateska. Unvergesslich die Bilder, da sich ein in Kampfuniform gekleiderter und per Hubschrauber eingeflogener Estrada mitsamt üppig herangeschlepptem Alkoholproviant und geschmortem Schweinefleisch in triumphalistischer Siegerpose präsentierte.

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Materialform: informationsmaterial
Schlagworte: Philippinen, Militärischer Konflikt, Menschenrechte, Konfliktbearbeitung