Asientag: Zivilgesellschaft debattiert aktuelle Entwicklungen

Alljährlich veranstaltet die Stiftung Asienhaus gemeinsam mit dem Philippinenbüro und der Südostasien-Informationsstelle in Köln den Asientag. Wir bieten damit interessierten Menschen eine Plattform, sich zu menschenrechtlichen, sozialen, ökologischen Auseinandersetzungen in Asien zu informieren und sich in aktuelle Debatten einzubringen. Nichtregierungsorganisationen stellen ihre Arbeit vor, es werden Kontakte geknüpft und in Workshops gemeinsame Handlungsmöglichkeiten erarbeiten, die darauf zielen, Politik und Unternehmen in einer globalisierten Welt in die Verantwortung zu nehmen. 

Ziel ist dabei, sowohl die Stimmen asiatischer Zivilgesellschaften, wie auch die Auseinandersetzung mit den europäisch-asiatischen Beziehungen aus zivilgesellschaftlicher Perspektive zu stärken.  

Asientag 2017: Bewegung & Widerstand: Zivilgesellschaft in Bedrängnis

Welche Rolle spielt der Westen zum Beispiel für die globale Produktionskette von Palmöl in Indonesien? Wo sind die Grenzen der zivilgesellschaftlichen Beteiligung bei dem Jahrzehnte-alten politischen Konflikt mit der kommunistischen Linken in den Philippinen? Welche Risiken birgt der Tiefseebergbau und wie können die Stimmen aus Ozeanien gehört werden? Wie können neue, friedliche Räume für einen Diskurs geschaffen und Solidaritätsarbeit entwickelt werden? Beim 5. Asientag am 29. April 2017 in Köln diskutierten rund 150 Teilnehmer*innen über soziale, politische und ökologische Entwicklungen in Asien. 

Asiens Zivilgesellschaft stellt sich neuen Herausforderungen. Handlungsspielräume sind hart umkämpft. Das Recht auf Meinungsfreiheit, auf Nahrung oder sogar auf das Recht auf Leben ist für viele Menschen in Asien nicht selbstverständlich. Während Asien seine Wirtschaft vorangetrieben und sich zunehmend für globale Märkte öffnet, hält die politische Entwicklung hin zu mehr demokratischen und rechtsstaatlichen Standards nicht Schritt. So spreizt sich die Schere der sozialen Ungleichheit trotz des anhaltenden Wirtschaftsbooms in der Region extrem weit auseinander.

Viele lokale Gemeinschaften sehen sich ihrer Lebensgrundlage bedroht. Doch der Widerstand wächst: zivilgesellschaftliche Initiativen und soziale Bewegungen setzen sich entgegen staatliche Repressionsmaßnahmen für mehr Gerechtigkeit in ihren Ländern ein.

Programmflyer

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Einige Impressionen des Asientags: Fotos ©Stefanie Aznan 

 

 

Asientag 2016: Im Windschatten des Wachstums — Ungleichheiten ♦ Extraktivismus ♦ Bewegungen

Welche Folgen haben Kommerzialisierung und Umweltzerstörung in Indonesien? Wie gestaltet sich das Schicksal der Geflüchteten in Asien? Welche Umwelt- und Sozialstandards werden derzeit für die neue asiatische Entwicklungsbank AIIB diskutiert, die Großinvestitionen mit deutscher Unterstützung vornehmen wird? Dies sind einige der Fragen, mit denen sich über 150 Teilnehmer des 4. Asientags beschäftigten.

Asien durchlebt eine eindrucksvolle wirtschaftliche Entwicklung. Handelsvolumen steigen, die internationale Wettbewerbsfähigkeit verbessert sich stetig. Wird der Boom anhalten? Schon jetzt profitieren viele Menschen nicht von der Entwicklung, die Modernisierung und Wachstum versprechen.

Im Gegenteil, die Einkommensgegensätze werden vielerorts größer und neue soziale Ungleichheiten entstehen. Die Unterschiede zwischen ressourcenreichen und ressourcenarmen Regionen wachsen. Die Ausbeutung natürlicher Rohstoffe und der enorme Landbedarf für den Anbau sogenannter „boom crops“ zerstören die Lebensgrundlage vieler lokaler Gemeinschaften. Im Windschatten des Wachstums verstärken sich so bestehende Herausforderungen und entstehen neue.

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Einige Impressionen des Asientags: Fotos ©Stefanie Aznan












Programm: Samstag, 16. April 2016, Köln, Alte Feuerwache

09:30 Uhr Anmeldung
10:00 Uhr Begrüßung durch Monika Schlicher, Stiftung Asienhaus & Jan Pingel, philippinenbüro
10:10 Uhr Eröffnungsrede: Christa Wichterich: Im Windschatten des Wachstums: Ungleichheiten, Extraktivismus, Bewegungen
11:00 Uhr Vorträge und Diskussionen Teil I
12:30 Uhr Mittagessen und Zeit zum Netzwerken
14:00 Uhr Vorträge und Diskussionen Teil II
15:30 Uhr Kaffeepause mit Köstlichkeiten aus Indonesien
16:00 Uhr Podiumsdiskussion: „Und sie bewegt sich doch“ Zivilgesellschaft in Asien unter Druck

I Vorträge und Diskussionen 11:00 - 12:30 Uhr

Auf den Spuren des Wachstums – Arbeitsmigration in Asien

Die wirtschaftliche Entwicklung Asiens im Zuge der Globalisierung hat zu einem Anstieg sowohl der intra- wie auch der internationalen Migration auf der Suche nach Arbeit beigetragen. Wie ist die Situation dieser MigrantInnen? Was sind die Auswirkungen auf die Herkunftsregionen und welche Perspektiven ergeben sich aus diesen? Diesen Fragen wird anhand der Situation von MigrantInnen aus China, den Philippinen und Indonesien nachgegangen.

Simone Christ, Südostasien-Abteilung der Universität Bonn
Freya Dombach, Asienhaus Hochschulgruppe der Universität Bonn
Lisa-Marie Mahler, Asienhaus Hochschulgruppe der Universität Bonn
Moderation: Dominik Hofzumahaus, Asienhaus Hochschulgruppe der Universität Bonn

Myanmar nach den Wahlen - Perspektiven für eine erfolgreiche Transition

Der Workshop beleuchtet die neuen Machtverhältnisse im Land nach den Wahlen 2015, die die Nationale Liga für Demokratie unter Aung San Suu Kyi für sich entschied. Wer sind die Strippenzieher hinter dem neuen Präsidenten? Wie stehen die Chancen für eine demokratische Entwicklung, und welches sind Risiken für ein Scheitern?

Esther Tenberg, AG Burma der Stiftung Asienhaus
Genia Findeisen, Südostasien Informationsstelle
Moderation: Christina Grein, Burma Initiative der Stiftung Asienhaus

Im Anschluss führt Melanie Bartsch-Heckenbücker, Südostasien Informationsstelle, durch ihre Myanmar Fotoausstellung, die den ganzen Tag über besichtigt werden kann. 

 Staatenlos – Flucht und Zwangsarbeit in Südostasien

Die Situation von Flüchtenden und Praktiken von Menschenhandel in Südostasien finden nur selten mediale Aufmerksamkeit hier. Viele Menschen geraten in die Falle der Zwangsarbeit, sei es auf Fischereikuttern, in Fabriken oder auf Plantagen. Kriminelle Netzwerke und Schlepperbanden verdienen mit der Not der Menschen Milliarden. Die Staaten entziehen sich ihrer Verantwortung.

Monika Schlicher, Stiftung Asienhaus
Stephanie Gantert, terre des hommes, Überregionale Themenarbeitsgruppe Südostasien, stellt die Ausstellung „Staatenlos im eigenen Land“ vor

 

Hunger nach Ressourcen: Das Beispiel Mongolei

Anfang Juli 2016 wird in der Mongolei das 11. Asia Europe People's Forum, AEPF, stattfinden. Eines der Themen wird der Bergbau sein, der für die Entwicklung vieler Länder, darunter das Gastland, eine zentrale Rolle spielt. Beim Workshop werden die Rohstoffpolitik der Mongolei und die Rohstoffpartnerschaft mit Deutschland diskutiert und die geplanten Aktivitäten beim AEPF vorgestellt.

Sophie Schindlbeck, urgewald
Michael Reckordt, PowerShift
Moderation: Uwe Hoering, Stiftung Asienhaus

II Vorträge und Diskussionen 14:00 - 15:30 Uhr

Indonesien: Bewegung gegen Umweltzerstörung und Kommerzialisierung

Die Entwicklungsstrategie der Post-Reformasi Regierungen in Indonesien fußt nach wie vor auf der industriellen Ausbeutung von Naturressourcen. In Bali richtet sich die Protestbewegung Bali Tolak Reklamasi gegen die geplante Landgewinnung aus dem Meer für ein touristisches Großprojekt. Mit Kunst tritt die Initiative „Wasser ist Leben“ der Umweltverschmutzung des Toba-Sees in Sumatra entgegen.

Oliver Pye, Universität Bonn & Stiftung Asienhaus
Aryani Willems, Saraswati Kultur
Lena Simanjuntak, Batak Opera
Moderation: Stefanie Hess, Weltfriedensdienst

Internationale Klimaschutzpolitik auf Abwegen: REDD und Emissionshandel

Der Mechanismus REDD (Reduzierung von Emissionen aus Entwaldung und Degradierung von Wäldern) und besonders der Emissionshandel sind die umstrittensten Teile der UNFCCC-Klimaverhandlungen. Wir diskutieren die Folgen von REDD für das Klima, die Regenwälder und für die lokalen Gemeinschaften und Indigenen.

Larry Lohmann, The Cornerhouse
Jutta Kill, World Rainforest Movement
Moderation: Andrea Höing, AG-Ressourcen Stiftung Asienhaus

ADB, AIIB & Co: Geld für Entwicklung - die Rolle von Banken in und aus Asien

Seit über zehn Jahren setzt sich die Zivilgesellschaft weltweit für soziale und ökologische Schutzmaßnahmen bei Infrastrukturprojekten, die von Banken finanziert werden, ein. Wir stellen Fallstudien aus Asien vor und diskutieren die Rolle von NGOs.

Regine Richter, Urgewald
Wen Bo, Advisor for the Global Greengrants Fund and the National Geographic Air and Water Conservation Fund
Titi Soentoro, Aksi Indonesia
Moderation: Nora Sausmikat, China-Programm der Stiftung Asienhaus

Indigene in den Philippinen zwischen Selbstbestimmung und Diskriminierung

Die Situation der indigenen Gruppen und ethnischen Minderheiten in den Philippinen ist prekär: Sie müssen mit Diskriminierung, erschwertem Zugang zu Bildung und schlechter Gesundheitsversorgung kämpfen. Sie sind in ihrer kulturellen Identität bedroht. Von vielen für die Philippinen typischen Problemen wie Armut, Landkonflikte, Bergbaufolgen, Klimawandel sind Indigene besonders betroffen.

Johannes Icking, Aktionsbündnis Menschenrechte – Philippinen
Jan Pingel, philippinenbüro

Podiumsdiskussion 16:00 – 17:00 

„Und sie bewegt sich doch“ –Zivilgesellschaft in Asien unter Druck

Es diskutieren zu China, Indien und Kambodscha:
Kristin Kupfer, merics – Mercator Institute for Chinese Studies
Anselm Meyer-Antz, Bischöfliches Hilfswerk Misereor
Benedikt Frank, Gewerkschaftssekretär ver.di
Moderation: Sonja Ernst, freie Journalistin & Südasienbüro

Markt der Möglichkeiten: NGOs stellen ihre Arbeit vor

AK Indonesien im Eine Welt Forum Aachen, Philippine Women's Forum Babaylan, ai Ehrenfeld, Deutsch-Indonesische Gesellschaft Köln, Deutsch-Nepalische-Gesellschaft, Deutsche-Osttimor Gesellschaft, FEMNET, FIAN, Gate - Netzwerk Tourimus Kultur, philippinenbüro und Aktionsbündnis Menschenrechte Philippinen, PowerShift – für eine ökologisch-solidarische Energie- & Weltwirtschaft, Südasienbüro, Südwind – Institut für Ökonomie und Ökumene, Südostasien Informationsstelle, Stiftung Asienhaus mit Burma-Initiative & China-Programm, terre des hommes - überregionale Themenarbeitsgruppe Südostasien, urgewald, Allerweltshaus

Asientag 2015: Demokratie ♦ Entwicklung ♦ Globalisierung (Köln, 21. März 2015)

Welche Folgen haben Freihandelsabkommen in Südostasien, wie wehren sich Betroffene vom Bergbau in Indien und den Philippinen und wie blicken Menschen aus Asien auf eine europäische Debatte zu Charlie Hebdo und Pegida? Diskussionen und Austausch standen im Mittelpunkt des 3. Asientages am 21. März 2015. Über 130 Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten der Einladung von Stiftung Asienhaus, Südostasien-Infostelle und philippinenbüro in die Alte Feuerwache nach Köln. 

Viele Länder Asiens befinden sich in einem Spannungsfeld zwischen rasanter wirtschaftlicher Entwicklung und fragilen Demokratisierungsprozessen. Daraus hervor gehen viele ungelöste – teils gewaltsame – Konflikte. Denn viele Menschen profitieren nicht vom anhaltenden Wirtschaftswachstum und Projekten, die Entwicklung und Modernisierung versprechen. So  wehren sich Betroffene beispielsweise gegen Bergbauvorhaben und Menschenrechtsverletzungen in Indien und den Philippinen. In Thailand sollte 2014 ein Putsch das Glück ins Land zurückbringen. Es entstand ein Unrechtsstaat, gegen den sich nun die demokratische Bewegung stellt. Derweil versuchen Wirtschaftsmächte wie die Europäische Union sich durch Freihandelsabkommen und – wie in Burma – durch Investitionsverträge einen Stück vom begehrten Kuchen zu sichern.

Einfluss nimmt auch, wie man in Asien und Europa untereinander und mit seiner eigenen Geschichte umgeht. So scheint eine Aufarbeitung des Massenmordes nach der Machtergreifung von Suharto 1965-66 in Indonesien auch 60 Jahre später noch immer nicht erwünscht zu sein. In Ostasien wird ein erstarkender Nationalismus zur Abgrenzung von den Nachbarstaaten benutzt. Auch in Europa erleben wir ein Wiedererstarken fremdenfeindlicher Bewegungen. Menschen mit asiatischen Wurzeln blicken mit Sorge auf diese Entwicklung.

 

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Ein kleiner Rundgang mit Bildern:

                                

 

Programm: Samstag, 21. März 2015, Köln, Alte Feuerwache

10:00 Uhr       Anmeldung

10:30 Uhr       Begrüßung durch Monika Schlicher, Stiftung Asienhaus & Jan Pingel, philippinenbüro

10:40 Uhr       Eröffnungsrede: Wolfram Schaffar: Demokratie und Entwicklung   in der globalen Krise

11:30 Uhr       Vorträge und Diskussionen Teil I

13:00 Uhr       Mittagessen und Zeit zum Netzwerken

14:30 Uhr       Vorträge und Diskussionen Teil II

16:00 Uhr       Kaffeepause mit Köstlichkeiten aus den Philippinen

16:30 Uhr       Podiumsdiskussion: Charlie Hebdo und Pegida:
                       Asiatische Blickpunkte auf eine europäische Debatte

 

I Vorträge und Diskussionen 11:30 - 13:00 Uhr

„Burma Grabbing“: Wer schnappt sich das größte Stück vom Kuchen?

Seit seiner Öffnung 2011 erfährt Burma einen massiven Zufluss an ausländischen Direktinvestitionen und internationalen Hilfsgeldern. Anhand von China, Indien und EU werden die vielfältigen negativen Auswirkungen dieses Trends im urbanen und ländlichen Raum aufgezeigt.

Esther Tenberg, Asienhaus-Hochschulgruppe Uni Bonn
Nora Sausmikat, China-Programm, Stiftung Asienhaus
Michael Hackmann, Arbeitsgruppe Burma, Stiftung Asienhaus
Moderation: Mandy Fox, freie Radio-Journalistin

 

Bauern, Bio und Baumwolle - Land grabbing und nachhaltige Landwirtschaft in China

Der Workshop beleuchtet, wie China den industriellen Anbau von Baumwolle in Afrika vorantreibt.  Wir analysieren, welche Rolle nachhaltige Landwirtschaft in China spielen kann und welche Auswirkung die Verteilung von Ressourcen wie Wasser auf die ländliche Entwicklung hat.

Sabine Ferenschild, Südwind e.V
Eefje Aarnoudse, IAMO Leibniz Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien
Cornelia Kirchner, IFOAM - Organics International
Moderation: Ulrike Nehls

 

Rohstoffpolitik in Asien: verletzte Menschenrechte, verbogener Rechtsstaat, verwehrte Teilhabe. Die Beispiele Indien und die Philippinen

Unsere Konsummuster tragen zu einer erhöhten Nachfrage an Rohstoffen bei. Diese kommen - direkt als Metall oder indirekt als Vorprodukte - aus der ganzen Welt nach Deutschland. In Indien und den Philippinen entzünden sich am Abbau von Rohstoffen Proteste. Derweil wird in Europa diskutiert, welche Verantwortung Unternehmen entlang ihrer Lieferketten haben, um genau diese Konflikte zu vermeiden.

Johannes Icking, Aktionsbündnis Menschenrechte Philippinen
Theo Rathgeber, Forum Menschenrechte und Adivasi-Koordination in Deutschland
Michael Reckordt, PowerShift / AK Rohstoffe
Moderation: Sonja Ernst, Südasienbüro

  

Thailand, be Happy!! Einschätzungen zur Lage in Thailand nach dem Militärputsch

Das Motto des Putsches am 22. Mai 2014 lautet: (Wir) bringen Glück zurück nach Thailand! Wie können wir in Deutschland/EU die demokratische Bewegung gegen den Unrechtsstaat unterstützen? Wie kann ein EU-weites Netzwerk geschaffen werden?

Mit Tippawan Duscha, Menschenrechtsaktivistin
Saksith Saiyasombut, politischer Blogger und Journalist
Moderation: Jari Trabert, Politikwissenschaftler mit Schwerpunkt Demokratie in Thailand

Sprache: Thai/Deutsch, In Kooperation mit dem Thai-Deutschen Forum für Demokratie und Menschenrechte 

 

II Vorträge und Diskussionen 14:30 - 16:00 Uhr 

Vorsicht Freihandel! Europäische Handelspolitik in Südostasien

Der Workshop gibt eine Einführung in die jüngsten Entwicklungen von bilateralen Freihandels- und Investitionsabkommen an Beispielen aus Südostasien und Europa, stellt Protestbewegungen vor und blickt auf Alternativen.

Jan Pingel, philippinenbüro e.V.
Theresa Hanske, Arbeitsgruppe Burma der Stiftung Asienhaus
Roman Herre, FIAN (angefragt)
Moderation: Jörg Schwieger

 

Nation. Befreiung. Krieg? Instrumentalisierter Nationalismus in Ostasien

In China, Japan und Korea diente der Nationalismus der Modernisierung und wird zur Herrschaftslegitimation sowie zur Abgrenzung von den Nachbarstaaten genutzt. Führt der jeweilige Nationalismus angesichts ungelöster Territorialstreitigkeiten und verbreiteter Geschichtsklitterung zu wirtschaftlichen oder gar militärischen Konflikten?

Mit Nataly Han Jung-Hwa, Korea Verband e.V.
Hermann Halbeisen, Universität Köln
Yajima Tsukasa, Fotojournalist
Moderation: Sven Hansen, Asien-Redakteur der taz

Mae La - Bilder aus dem Alltagsleben von karenischen Flüchtlingen

Das größte Flüchtlingslager an der thailändisch-burmesischen Grenze ist derzeit Zufluchtsort von mehr als 46.000 Menschen. Mae La ist jedoch nicht nur ein Ort des Schutzes, sondern auch ein Ort der Diskriminierung seitens des thailändischen Staates, der Korruption und der Perspektivlosigkeit.

Vortrag und digitale Fotoausstellung von Julia Gorlt. Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Fotografen Soungpoe aus Mae La. 

 

Indonesien und Osttimor: Aufarbeitung der Vergangenheit unerwünscht! 

Vor 60 Jahren, 1965, kam es in Indonesien mit der Machtergreifung von General Suharto zu einem der größten Massenmorde des 20. Jahrhunderts. 1975 fiel Indonesien in Osttimor ein, und die bis 1999 andauernde Besatzung ging mit schweren Menschenrechtsverbrechen einher. Die veränderte Kräfteverhältnisse nach dem Kalten Krieg haben zum Rücktritt von Suharto und zur Konfliktlösung in Osttimor beigetragen, doch vor einer Aufarbeitung verschließen die Staaten die Augen. Welchen politischen und wirtschaftlichen Zwänge der Vergangenheit wirken bis heute nach?

Anett Keller, freie Journalistin und Mitglied der Südostasien-Informationsstelle
Monika Schlicher, Stiftung Asienhaus

 

 

Podiumsdiskussion: Charlie Hebdo und Pegida: Asiatische Blickpunkte auf eine europäische Debatte

Mit Pegida erleben wir ein Wiedererstarken fremdenfeindlicher Bewegungen in Deutschland. Nach dem Terroranschlag auf die Zeitschrift Charlie Hebdo wird die Gleichsetzung Islam=Terror zunehmend mehrheitsfähig. Wie erleben Menschen mit asiatischen Wurzeln diese Entwicklung? Wird die europäische Islamfeindlichkeit in Ländern wie Indonesien diskutiert? Und gibt es Parallelen zu ähnlichen nationalistischen und rassistischen Bewegungen in Asien?

Es diskutieren Tatat, Menschenrechtsaktivistin aus Indonesien und Anett Keller, Asien-Journalistin 

Moderation: Katharina Stahlenbrecher

 

Markt der Möglichkeiten: NGOs stellen ihre Arbeit vor

Allerweltshaus, Babaylan Germany, Philippine Women's Forum, Deutsch-Indonesische Gesellschaft Köln, Deutsch-Nepalische-Gesellschaft, Deutsche-Osttimor Gesellschaft, FEMNET, Forum Ziviler Friedensdienst, Gate - Netzwerk Tourimus Kultur, Gesellschaft der Chinafreunde  - Partnerschaftsverein Köln-Peking, Korea-Verband, Litprom - Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika, philippinenbüro und Aktionsbündnis Menschenrechte Philippinen, Powershift, Südasien-Büro, Südostasien-Informationsstelle, Stiftung Asienhaus mit Burma-Initiative & China-Programm

Mit bedanken uns für die freundliche Unterstützung einzelner Workshops bei:

Engagement Global im Auftrag des

der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen

und bei

Asientag 2014: Europa und Asien: Wachstum ♦ Solidarität ♦ Menschenrechte (Köln, 10. Mai 2014)

Über 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen am 10. Mai zum Asientag, den die Stiftung Asienhaus gemeinsam mit der Südostasien-Infostelle und dem philippinenbüro zum 2. Mal ausrichtete. Zu dem Thema "Europa und Asien: Wachstum – Solidarität – Menschenrechte" bot der Asientag Vorträge und Workshops zu aktuellen Entwicklungen mit Gästen aus Asien. So zeigte Niyada Kiatying-Angsulee von FTA-Watch aus Thailand auf, wer an Freihandelsabkommen verdient und wie sich Widerstand dagegen formiert, Kim Dongchun diskutierte im Workshop „Umkämpfte Demokratie: Myanmar, Indien und Südkorea“ und Saurlin Siagan (VEM and Hutan Rakyat Institute, Medan, Indonesien) berichtete von den jüngsten Arbeiterprotesten gegen den Runden Tisch für Nachhaltiges Palmöl (RSPO) in Indonesien. Gemeinsam mit Oliver Pye problematisierte er den RSPO und den bisherigen Fokus der Umweltorganisationen auf Konsumentenkampagnen.

Nach der Eröffnung und Begrüßung durch Monika Schlicher und Klaus H. Schreiner hielt  Theodor Rathgeber vom Forum Menschenrechte eine Impulsrede  zum Thema des Asientages.

Anschließend teilten sich die TeilnehmerInnen auf: von 12 - 13 Uhr und von 14 - 15:30 gab es je 5 Angebote an Workshops, Diskussionsveranstaltungen und Filmvorführungen.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die globalen Zusammenhänge und die Möglichkeiten der Einflussnahme für zivilgesellschaftliche Organisationen. Die massive Kritik von NROs an der Rohstoffpolitik der Bundesregierung und der EU wurde vorgestellt und die verheerenden Folgen des Rohstoff-Booms für die Bevölkerung in Papua-Neuguinea  aufgezeigt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten Wege, wie sie aktiv werden können gegen ausbeuterische Arbeitsverhältnisse in der Textilindustrie in Asien, warum Klimagerechtigkeit globales Handeln braucht, und wie dabei eine Vernetzung zwischen Europa und Asien aussehen kann.

 Eine Podiumsdiskussion rundetet den Tag ab. Katharina Stahlenbrecher, Mitglied im Kuratorium der Stiftung Asienhaus, die die Diskussion moderierte fragte: Klingen die Themen, mit denen wir uns heute befasst haben, nicht vertraut? Freihandelsabkommen sind im politischen und NGO-Kontext mit GATT und WTO Thema seit 30 Jahren, Palmöl seit gefühlt 20 Jahren, Rohstoff mit dem Bericht des Club of Rome von 1972, also seit 40 Jahren, als Bergbau-Thema seit 30 Jahren, Klimagerechtigkeit spätestens seit Rio 1992, - Deja vus gaben den Impuls für das Gespräch auf dem Abschlusspodium mit den Fragen "Was ist das Neue an den Themen? Und wo sind aktuell Punkte, an denen Gestaltungswillige im Jahr 2014 einhaken?"

Es stellten den Blickwinkel ihrer Organisationen vor: Michael Reckordt, Koordinator des Arbeitskreis Rohstoffe, eines Netzwerks dt. zivilgesellschafterlicher Organisationen für  powershift, Oliver Pye, Wiss. Mitarbeiter mit dem Schwerpunkt politische Ökologie und soziale Bewegungen am Institut für Orient- und Asienwissenschaften der Universität Bonn und Elisabeth Bially, Leiterin der Abteilung Asien und Ozeanien beim Bischöflichen Hilfswerk Misereor.

Die Podiumsgäste sprachen davon, dass die Globalisierung in den genannten Zeiträumen erheblich Fahrt aufgenommen hat und zeigte auf, wie ihre Organisationen darauf reagieren:

Misereor tut dies mit der Querschnittlegung des Menschenrechtsansatzes. Es hat die Themen Energie, Klima und Rohstoffe auf die eigenen Agenda gesetzt und organisationsintern Räume für den Dialog geschaffen, um flexibel Themen entwickeln und aufgreifen zu können.  An der Universität Bonn wird die Aufmerksamkeit weg von der Antikolonialisierung hin zu transnationalen Wertschöpfungsketten und Finanzmärkten geschwenkt. Binnenwissenschaftliche Auseinandersetzungen sorgen für die notwendige Frische, um den Themen gerecht zu bleiben. Es sei die Aufgabe der Universitäten, die transnationalen Wertschöpfungsketten, Unternehmen und Arbeiterbewegungen zu analysieren, darauf zu reagieren und Kapitalismuskritik immer wieder neu zu denken.

Und powershift selber und dessen Arbeitskreis Rohstoffe sind mit ihrer jeweiligen Gründung eine Reaktion und eine Konzentration auf diese langanhaltende Entwicklung. Ein Ziel ist "Zahlungen offenlegen" (Publish what you pay) um Lobbyakteure und ihre Aktivitäten auszuleuchten. Dabei gerät auch die EU-Ebene in den Blick.

Als ein gutes Format um Austausch und Informationsbedarf zu befördern erwies sich der "Markt der Möglichkeiten", bei dem diverse NGOs sich präsentierten. 

Asientag 2013: "Europa-Asien: Rechte, Ressourcen, K-Pop - Impulse für Zivilgesellschaften" (Köln, 20. April 2013)

Stiftung Asienhaus: "Europa-Asien: Ressourcen, Rechte, K-Pop. Impulse für Zivilgesellschaften" - Eine Dokumentation, 2013; Köln, 2013

Über 100 Teilnehmende diskutierten in Plenarsitzungen und acht Arbeitsgruppen über zivilgesellschaftliche Herausforderungen an die europäisch-asiatischen Beziehungen.

Mit dieser Veranstaltung stellte sich das Asienhaus an seinem neuen Standort Köln vor. Hier finden Sie die Dokumentation ausgewählter Präsentationen.

Einladungsflyer und Programm

Impulsrefererat
Christa Wichterich: "Europa-Asien: Rechte, Ressourcen, K-Pop. Impulse für Zivilgesellschaften"

Präsentationen aus den acht Arbeitsgruppen

Krisen, Klima und Menschenrechte ignorierend! Auswirkungen
der EU-Handels- und Rohstoffpolitik in Europa und Asien
Referenten:
Peter Fuchs (Powershift): Materialbeschaffung für die imperiale Lebensweise. EU-Handels und Investitionsverträge mit Asien
Michael Reckordt (philippinenbüro im Asienhaus):"Unsere Interessen am Erhalt unseres Wohlstandes" vs. Ressourcengerechtigkeit


Deutschland und Asien: Energiekrise und Energiewende
Referenten: 
Jürgen Maier (Forum Umwelt & Entwicklung): Deutschland, Europa, Asien - Energiekrise und Energiewende (Präsentation und Vortrag)
Stefan Gsänger (World Wind Energy Association)

Die europäische Agrar- und Nahrungsmittelindustrie und Asien
Referenten: 
Roman Herre (FIAN): Süßer Landraub - Agrarimporte aus Asien und Menschenrechte
Berit Thomsen (Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft): Europäische Agrarpolitik (CAP) nach 2013

Gemeinsam stärker durch zivilgesellschaftlichen Austausch
Referenten:
Inga Gebauer (Asienstiftung): EU-China NGO-Austauschprogramm

"Asien in Europas Außenbeziehungen - Welche Aufgaben für NRO?" - Workshop-Dokumentation (Essen, 26.Februar 2011)

Stiftung Asienhaus: Workshop "Asien in Europas Außenbeziehungen - Welche Aufgaben für NRO?", 2011

Die Welt verändert sich. Aber welche Konsequenzen hat das für Nichtregierungs-organisationen und soziale Bewegungen? Wie soll und kann Solidarität unter den veränderten Bedingungen gestaltet werden? Diese Diskussion ist unserer Meinung nach nicht nur wichtig für asienbezogen arbeitende Organisationen, wie sie im Asienhaus zusammengeschlossen sind.

Nach der mühsamen Unterzeichnung des Vertrages von Lissabon und der Finanz- und Wirtschaftskrise steht die weitere Entwicklung der EU auf dem Prüfstand; die innere Entwicklung ebenso wie die Frage nach der Rolle Europas in der Welt. Eine besondere Herausforderung stellt dabei die wachsende globale Bedeutung Asiens, insbesondere Chinas und Indiens dar. Dies spiegelt sich auch in der Entwicklung der Diskussionen in der Europäischen Union wider. Die Befürchtung geht um, von einer chinesisch-amerikanischen Koalition an den Rand gedrückt zu werden. Das chinesische Engagement in der Finanzkrise verstärkt dabei die Befürchtung, dass China in einem konzertierten Angriff die EU von der Peripherie her aufrollt.

Andererseits gewinnen asiatische Länder an Bedeutung als Absatzmärkte wie als Rohstofflieferanten. Dies schlägt sich nieder in den Strategiepapieren, die in den letzten Monaten verabschiedet worden sind - sei es zu strategischen Partnerschaften, sei es zu Rohstofffragen und Handelsfragen.

Die Welt verändert sich. Aber welche Konsequenzen hat das für Nichtregierungs-organisationen und soziale Bewegungen? Wie soll und kann Solidarität unter den veränderten Bedingungen gestaltet werden? Diese Diskussion ist unserer Meinung nach nicht nur wichtig für asienbezogen arbeitende Organisationen, wie sie im Asienhaus zusammengeschlossen sind.

 

Materialien und Präsentationen 26.02.2011

 

Klaus Fritsche

Europäisch-asiatische Beziehungen: Kontinuität oder Wandel? Präsentation, 26.2.2011; 26.02.2011;

 

Michael Reckordt

Asien in der europäischen Wirtschafts- und Rohstoffpolitik. Präsentation, 26.2.2011; 26.02.2011;

 

Thomas Baerthlein

Die EU, Asien und die Menschenrechte, Präsentation, 26.2.2011; 26.02.2011;

 

Klaus Fritsche

Begrüßung Workshop 26.2.2011 "Asien in Europas Außenbeziehungen - Welche Aufgaben für NRO?"; 26.02.2011;

 

Asienhaus

Links zu "Asien in Europas Außenbeziehungen - Welche Aufgaben für NRO?" (zur Vorbereitung des Asienhaus-Workshops, 26.2.2011); 19.02.2011;

 

Asienhaus

Workshop-Programm "Asien in Europas Außenbeziehungen - Welche Rolle für NRO?", Essen, 26.2.2011; 15.01.2011;

 

Weitere Materialien

An dieser Stelle werden wir wichtige Dokumente für die Diskussion zur Verfügung zu stellen.

 

Klaus Fritsche

European-Asian Relations - Continuity or Change? Presentation (english translation), 26.2.2011; 26.02.2011;

 

Jürgen Maier

Die EU als Agrarveredelungsfabrik; In: Umwelt aktuell, Dezember 2010/Januar 2011, S. 35-36 12.2010; 2 S.

 

Jürgen Maier

Diskurse über Klimawandel in Südostasien und Europe im Vergleich. Vortrag auf der Tagung des Philippinenbüros, 27.-29.3.2009; 30.03.2009; 9 S.

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von Südostasien-Informationsstelle / philippinenbüro / Stiftung Asienhaus

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