Termin

29.10.2018

Kohle, Palmöl und die Rechte indigener Menschen in Kalimantan

18:15
- 20:30 Uhr

Die Veranstaltung beinhaltet zwei Vorträge von Vertreter*innen der Umweltgerechtigkeits-NGO WALHI aus Indonesien, die Vorführung eines kurzen Dokumentarfilms zu Palmöl in Indonesien und einen Parcours zu Palmölsiegeln.

Kalimantan, der indonesische Teil Borneos, beheimatet ausgedehnte tropische Regenwälder mit einer einzigartigen Biodiversität. Er ist aber auch bekannt für großangelegte Ressourcenausbeutung durch Bergbau, Abholzung und Ölpalmplantagen. Indonesien hat insgesamt nach Brasilien den zweitgrößten in Wäldern gespeicherten Kohlenstoffvorrat und gleichzeitig aber auch eine der weltweit höchsten Abholzungsquoten.

Indonesien ist momentan der weltweit zweitgrößte Kohleexporteur und nutzt Kohle auch in erheblichem Ausmaß für die heimische Energieproduktion. Etwa drei Viertel der in Indonesien geförderten Kohle werden in Kalimantan gewonnen. Im Norden der Provinz Zentral Kalimantan entsteht derzeit ein neues Mega-Kohleprojekt auf ca. 350.000 Hektar. Die Kohlevorkommen liegen teilweise in dem Naturschutzgebiet "Heart of Borneo", das für seine große Biodiversität bekannt ist und indem indigene Gruppen leben. Zugleich verachtfachte sich die Palmöl-Anbaufläche von 1995 bis 2017, was zu weitreichenden sozialen und ökologischen Problemen führt.

Die Expansion von Kohleminen und Ölpalmplantagen bringt nicht nur Umweltverschmutzung und die Zerstörung von Ökosystemen mit sich. Viele in Subsistenz lebende Bäuer*innen verlieren durch den Ressourcenabbau ihr Land und ihre Lebensgrundlage. Gleichzeitig ergeben sich für andere Bevölkerungsteile neue Beschäftigungsmöglichkeiten und einige Firmen investieren im Rahmen von Ausgleichszahlungen in Infrastrukturmaßnahmen, die von staatlicher Seite lange vernachlässigt wurden. Aus den vielen oft widersprüchlichen Interessenslagen und den gravierenden Folgeproblemen von Kohleabbau und Ölpalmplantagen resultieren regelmäßig Konflikte zwischen lokaler Bevölkerung, staatlichen Stellen und den beteiligten Firmen.

Die Referent*innen aus Indonesien werden Einblicke in gegenwärtige Konflikte um Ressourcennutzung in Zentral-Kalimantan geben und mögliche Lösungsansätze vorstellen. Gemeinsam mit dem Publikum sollen Handlungsmöglichkeiten diskutiert werden, vor Ort in Indonesien und in Europa.

Programm:

  • Coal Mining, Environment and Local Communities in Central Kalimantan: Between hopes and reality (Luthfi Bakhiar – Friends of the Earth Indonesia (WALHI)
  • The Palm Oil Boom in Central Kalimantan: Gender and conflicts on land (Meta Septalisa - Friends of the Earth Indonesia (WALHI)
  • Vorführung (der Kurzversion) des Dokumentarfilms Asimetris (by Watchdoc)
  • Diskussion und Parcours zum Thema Nachhaltiges Palmöl? Was Nachhaltigkeitssiegel uns versprechen (Watch Indonesia!)

Die Vorträge und Diskussionen werden auf Englisch, Indonesisch und Deutsch gehalten; Fragen können auf allen drei Sprachen gestellt werden und wir übersetzen auch gerne während der Vorträge oder der Diskussion.

Die Veranstaltung findet am 29. Oktober 2018 ab 18 Uhr (c.t.) in HS 1009 im Kollegiengebäude I der Universität Freiburg (Platz der Universität 3, 79098 Freiburg) statt. 

Eine Veranstaltung der Universität Freiburg in Kooperation mit der Stiftung Asienhaus & Universität Passau gefördert durch die Stiftung Umverteilen.

Veranstalter: Universität Freiburg

Veranstaltungsort: Universität Freiburg, Platz der Universität 3, 79098 Freiburg

Details & Anfahrt: Universität Freiburg

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