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Corona in Asien: Zivilgesellschaftliche Länderperspektiven

Malaysia: Lokale Initiative unterstützt Fischer:innen

Der Fischereibetrieb in Johor kämpft mit den Folgen der COVID-19-Pandemie und des Klimawandels. Die lokale Initiative Sea Warrior's Market hat vor der Pandemie Strukturen für eine fairere Bezahlung von Fischer:innen in der Gemeinde Tanjung Kupang aufgebaut. Nun arbeitet sie daran für die Menschen, die von der Fischerei leben auch während der Pandemie Einnahmemöglichkeiten zu schaffen. Die Zukunft bleibt durch den unvorhersehbaren Verlauf der Pandemie sowie des Klimawandels unsicher.

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Malaysia: Weiße Flaggen als Hilferuf

Aufgrund sprunghaft angestiegener Corona-Infektionen hat die malaysische Regierung zum 1. Juni 2021 einen erneuten landesweiten Lockdown ausgerufen, der vierte seit Ausbruch der Pandemie. Daraufhin wurde in den sozialen Medien die Kampagne #benderaputih (weiße Flagge) ins Leben gerufen. Hilfesuchende, vor allem Menschen in Armut, hängen weiße Flaggen oder Stoffteile vor ihre Unterkunft, um Not zu signalisieren und Unterstützung von ihrer Nachbarschaft und Helfenden zu erbitten. Vor allem Nahrungsmittel werden benötigt. Die Initiative zeigt auf, dass staatliche Maßnahmen nicht ausreichen bzw. nicht alle erreichen. Hinzu hissen daneben andere Malaysier*innen schwarze Flaggen, um einen Rücktritt der Regierung zu fordern. Die Politikverdrossenheit in der Bevölkerung und Wut auf die Regierung hat zugenommen. Seit dem Ausruf eines Ausnahmezustandes im Januar 2021 tagt das Parlament nicht mehr.

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südostasien 1/2021: Corona – Ein Jahr später, und immer noch mittendrin

Die Ausgabe 1/2021 unseres Online-Magazins südostasien beleuchtet die aktuelleren und vielschichtigen Erfahrungen von Menschen in Südostasien mit der Pandemie. Die Autor*innen berichten aus den Ländern der Region und geben Aufschluss über die Auswirkungen der Pandemie auf Zivilgesellschaft, Politik, Wirtschaft und Umwelt. Die Artikel decken auch tiefergehende Strukturen von Ungerechtigkeiten und Missstände auf, die durch die Pandemie erneut hervorgetreten sind.

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Einkommensschwache Familien in Malaysia in Not

Eine Studie von UNICEF und UNFPA zeigt die Auswirkungen der Coronakrise auf malaysische Frauen und Kinder in einkommensschwachen städtischen Familien. Durch steigende Lebensmittelpreise sind mehr Kinder Mangelernährung ausgesetzt. Zudem fehlt vielen ärmeren Schüler*innen die technische Ausstattung um am Online-Unterricht der Schulen teilzunehmen.

Des Weiteren sind Haushalte mit weiblicher Hauptverdienerin von den ökonomischen Folgen besonders betroffen. Die Arbeitslosenrate bei ihnen stieg von 9% im Jahr 2019 auf 32% im Mai 2020.  Zwar wurden kurzfristige Konjunkturmaßnahmen zur Unterstützung dieser Haushalte angeboten, aber eine Langzeitlösung ist notwendig. Die Autorin des Artikels "Sustainable action plan crucial for B40 women HoHs" schlägt deshalb ein Programm zur Stärkung von weiblichen Hauptverdienerinnen vor.

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Fremdenfeindlichkeit gegen Arbeitsmigrant*innen in Malaysia

Ausländische Arbeitnehmer*innen in Malaysia sind in ihrem Alltag regelmäßig Diskriminierung ausgesetzt. Durch den wirtschaftlichen Abschwung während der Corona-Pandemie wurden die Arbeitsmigrant*innen vermehrt zur Zielscheibe von Fremdenfeindlichkeit. Angeblich sollen sie die Schaffung von Arbeitsplätzen für Einheimische verhindern. Eine aktuelle Studie der Weltbank widerlegt dies. Ein Migrant, der sich in einem Interview kritisch über die Behandlung von ausländischen Arbeitskräften äußerte, wurde des Landes verwiesen. 

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Malaysia: Coronakrise bietet Möglichkeit für neues Sozialsystem

Malaysia kämpft seit Jahren mit wachsender sozialer Ungleichheit. 2012 hat die Regierung ein neues System (BSH) etabliert, bei dem besonders bedürftige Familien finanzielle Unterstützung bekommen. Dabei wurden lokale Unterschiede in den Lebenserhaltungskosten jedoch nicht berücksichtigt; Menschen in urbanen Gegenden erhalten die gleiche Unterstützung, obwohl die Kosten in den Städten viel höher sind. Das Leben in urbanen Zentren bleibt daher von Armut geprägt.

Die Coronakrise hat ins öffentliche Blickfeld gerückt, wie wichtig robuste Sozialschutzsysteme sind. Wie auch in anderen Ländern wurden viele Menschen in Arbeitslosigkeit und finanzielle Not gestürzt. Der Autor ruft dazu auf, diese Chance zu nutzen und neue politische Strukturen zu implementieren. Dazu skizziert er, wie ein soziales Sicherungssystem in Malaysia aussehen könnte.

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Malaysia: Regierung verbreitet sexistische Tipps gegen häusliche Gewalt

Aufgrund anhaltender Ausgangssperren in der Coronakrise sind die Fallzahlen häuslicher Gewalt in vielen Ländern extrem angestiegen. So auch in Malaysia. Die Regierung gab daher Anfang April mehrere Tipps, wie Frauen Konflikte mit ihren Ehemänner vermeiden können. Dazu gehört: sich nicht in bequemen Kleidung zeigen, sich schminken und nicht am Ehemann nörgeln. Diese Tipps suggerieren, dass die Frau verantwortlich für den Hausfrieden ist und Schuld hat an häuslicher Gewalt. Entsprechend gab es auch keine Tipps für Männder.  Diese eindeutig sexistischen Hinweise führten zu einem öffentlichen Aufschrei. Das Ministerium löschte daraufhin die Tipps und entschuldigte sich bei der Bevölkerung, jedoch ohne auf die sexistischen Konotation einzugehen. Malaysia schnitt im World Economic Forum's Global Gender Gap Report von 153 Ländern mit Platz 104 schlecht ab, insbesondere bei den Punkten wirtschaftliche Teilnahme und politische Mitwirkung von Frauen.

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