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Blickwechsel: Regimewechsel durch Wahlen? Der malaysische Tsunami im Mai 2018

Wahlergebnis Malaysia 2018 Diagram: Rafael Klabisch

Am 9. Mai 2018 fanden die 14. Wahlen auf Bundes- und Landesebene in Malaysia statt. Die aus 13 Parteien bestehende Regierungskoalition Nationale Front oder Barisan Nasional verlor überraschend ihre jahrzehntelange Vorherrschaft. Letztlich wurde das alte autokratische Regime also durch Wahlen, die zugleich den Anfang einer Demokratisierung markieren, gestürzt.

Der Wahlkampf dauerte nur elf Tage, weil die BN wohl fürchtete, ein längerer Wahlkampf würde der  Opposition nützen. Der Wahltag wurde zudem auf einen Mittwoch gelegt, vermutlich um die  Wahlbeteiligung gering zu halten. Allerdings erklärte die Regierung wenige Tage später, der Wahltag würde zugleich ein nationaler Feiertag sein.

Eine Vielzahl von Wettbewerbsverzerrungen benachteiligte die Opposition: Dazu zählen z. B. die einseitige Medienberichterstattung, unvollständige oder manipulierte Wahlverzeichnisse und eine vom Premierminister abhängige Wahlkommission. Die Wahlkommission gab ein beklagenswertes Bild ab, und es war nicht klar, ob das auf ihre Unfähigkeit oder auf eine absichtsvolle Nachlässigkeit zurückzuführen war. Die erst kurz vor Auflösung des Parlamentes durch das Parlament gepeitschte, höchst kontroverse Neueinteilung der Wahlkreise (die Redezeiten der Opposition wurden auf insgesamt eine Stunde begrenzt), schien die BN klar zu bevorteilen. Es wurden viele ländlich geprägte, mehrheitlich malaiische Wahlkreise geschaffen, in denen UMNO traditionell besonders gut abschneidet. Besonders kritisiert wurde die Tatsache, dass verstärkt Wahlkreise geschaffen wurden, die von einzelnen ethnischen Gruppen beherrscht werden.

Autor:inneninformation

Andreas Ufen arbeitet seit Juli 2000 am GIGA Institut für Asien-Studien (Hamburg) und ist dort Senior Research Fellow. Er promovierte
mit einer Dissertation zu »Herrschaftsfiguration und Demokratisierung in Indonesien (1965–2000)« an der Universität Hamburg, wo er sich auch mit einer Arbeit zu »Ethnizität, Islam, Reformasi. Die Evolution der Konfliktlinien im Parteiensystem Malaysias« habilitierte.

Herausgeber
Stiftung Asienhaus
Publiziert am
in Schriftenreihe:
Blickwechsel
Sprache
deutsch
Kategorien Malaysia | Publikationen | Blickwechsel | Stiftung Asienhaus | Politische Systeme | Zivilgesellschaft | Asienhaus

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