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12. Asientag: Zivilgesellschaft stärken!

12. Asientag

Am 6. Juli findet der 12. Asientag in Köln statt. Das Programm ist nun online, Anmeldungen sind ab sofort möglich.

Zivilgesellschaft stärken!

Weltweit möchten zivilgesellschaftliche Akteur:innen gemeinsam Handlungsoptionen für eine menschen-, sozial- und umweltgerechte Welt finden. Sie leisten damit einen unersetzlichen Beitrag. Sie treten entschieden der Einschränkung ihrer Handlungsspielräume entgegen und wehren sich gegen Unterdrückung, Kriminalisierung und Verfolgung. Denn in zahlreichen Ländern Asiens verstärken sich seit Jahren autoritäre Entwicklungen: von einer offenen Militärregierung in Myanmar, über Autokratien wie China, Vietnam und Kambodscha bis hin zu demokratisch verfassten Staaten wie den Philippinen, Indien und Indonesien. 

In ganz Asien leben zivilgesellschaftliche Vertreter:innen, aus verschiedensten Bereichen von Frauen- oder Menschenrechten bis hin zum Klimaschutz, gefährlich! Sie riskieren mit ihrem Engagement und Einsatz für eine bessere Zukunft Bedrohungen, unrechtmäßige strafrechtliche Verurteilungen und Gefängnisstrafen bis hin zu extralegalen Tötungen. Regierungen haben Gesetzgebungen in den letzten Jahren vielerlands stark und repressiv verschärft.

Doch dem setzt sich die Zivilgesellschaft in vielen asiatischen Ländern kreativ, unermüdlich und mit Zivilcourage entgegen. Dieses Engagement ist unerlässlich, um Missstände in Ländern und Gesellschaften aufzudecken, diese zu verändern und Staaten durch Partizipation zu stärken. In unserer Arbeit zeigen wir uns solidarisch und unterstützen unsere Partner:innen in Asien und der hiesigen Diaspora. Reicht unser Einsatz aus? Wie können wir wirkungsvoll unsere Regierung für die Wahrung der Menschenrechte, entwicklungspolitisches Handeln und die Stärkung der Zivilgesellschaft in die Verantwortung nehmen? Wie können wir die Bedeutung von demokratischer Teilhabe und Freiheitsrechten in unserer Gesellschaft stärken, damit der politische Wind sich nicht dreht.  

Auf dem 12. Asientag schauen wir uns gemeinsam an: welche Räume für die Zivilgesellschaften Asiens bestehen, welche Rechte müssen weltweit geschützt werden und wie können wir zusammen Wirken?! 

Wir laden Sie/Euch herzlich zum Asientag ein und freuen uns auf spannende Diskussionen.

Monika Schlicher (Stiftung Asienhaus) & Mirjam Overhoff (philippinenbüro)

Eine gemeinsame Veranstaltung der Stiftung Asienhaus und dem philippinenbüro e.V. in Kooperation mit der Melanchthon-Akademie.

 

Wann & Wo?

  • Samstag, 6. Juli 2024,10 – 17 Uhr
  • Haus der Evangelischen Kirche, Kartäusergasse 9-11, 50678 Köln
  • Bei Fragen wenden Sie sich bitte per E-Mail an: asientag(at)asienhaus.de oder per Telefon unter +49-221-71612113 an die Stiftung Asienhaus.
  • Alle Infos finden sich auch auf dem Flyer zum 12. Asientag

 

Anmeldung

  • Die Anmeldung für den 12. Asientag erfolgt über ein Formular auf unserer Webseite. Die Anmeldung ist bis zum 3. Juli 2024 möglich.
  • Teilnahmebeitrag (inklusive Mittagessen): 10 Euro / 5 Euro ermäßigt, vor Ort zu entrichten.

 

Programm 12. Asientag

 

Ab 9:15 Uhr Anmeldung

 

Eröffnung: Zivilgesellschaft stärken! Impulse und Perspektiven 10:00 – 11:30 Uhr 

 

Autokratisierung und Zivilgesellschaftsförderung – Herausforderungen der deutschen Asienstrategien
Bertram Lang (Universität Göttingen, Kuratorium Stiftung Asienhaus)

Zivilgesellschaft unter Druck – Herausforderungen für die Entwicklungszusammenarbeit
Gabriella Hornung (MISEREOR)

Widerstand und Hoffnung: Zivilgesellschaft in Myanmar
Nyein Chan May (German Solidarity Myanmar, Kuratorium Stiftung Asienhaus)

Moderation: Jörg Schwieger (Vorstand Stiftung Asienhaus)

 

Vorträge und Diskussionen I 11:45 – 13:15 Uhr

 

Kommentare unerwünscht: Meinungsfreiheit im Spannungsfeld repressiver Staaten
[Refektorium]

Repressionen gegenüber kritischen Stimmen durch autoritäre Regierungen in Südostasien haben über die letzten Jahre zugenommen. Sie dienen dem Erhalt und Ausbau von Machtstrukturen und legitimieren sich durch vage Gesetze und Staatsinteressen. Wie kann sich eine engagierte Zivilgesellschaft trotzdem gesellschaftlich einbringen und Missstände anprangern? Welche neuen Entwicklungen und Einschränkungen ergeben sich durch die Digitalisierung und Social Media, wie offen kann eine Presse unter Beobachtung berichten? Wir schauen uns gemeinsam Fallbeispiele in Vietnam und Kambodscha an und diskutieren darüber.

Ali Al-Nasani (EIRENE), Julia Behrens (VLAB, Kuratorium Stiftung Asienhaus), Moderation: Anna Grimminger (Vorstand Stiftung Asienhaus)

 

Intersektionaler Feminismus und Widerstand in Myanmar und Timor-Leste
[Fliesteden-Raum]

Sowohl Myanmar wie auch Timor-Leste haben eine Geschichte des Widerstands gegen militärische Besatzung und Repression. Frauen und marginalisierte Gruppen leisten dabei in beiden Ländern einen wichtigen Beitrag, finden damit aber häufig weniger Beachtung. Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede bestehen in den Situationen? Welche Lektionen kann Myanmar aus der Postkonflikt-Entwicklung Timor-Lestes lernen? Und wie kann eine intersektionale Perspektive den Bewegungen helfen.

Domingas Silva (Asosiasaun Chega! Ba Ita), Nyein Chan May (German Solidarity Myanmar, Kuratorium Stiftung Asienhaus), Moderation: Karin Griese (medica mondiale)

 

(Un)mögliche Formen der politischen Partizipation? – Teilhabe in den Philippinen und der Diaspora
[Clarenbach-Saal]

Das Zusammenleben gemeinsam gestalten. Mitbestimmen, wohin sich die Politik entwickelt. Interessen vertreten. In den kommenden Monaten stehen sowohl in den Philippinen als auch in Deutschland eine Reihe von lokalen und nationalen Wahlen an. Was bedeutet aktive Bürger:innenschaft in den Philippinen und wie wird sie hier in Deutschland verhandelt? Was bedeutet politische Teilhabe im Exil? Wie wird struktureller Ausgrenzung oder einer Verkürzung demokratischer Prozesse begegnet?
Sprache: Deutsch (mit englischer Flüsterübersetzung)

Siegfred Deduro (ehemaliger Kongressabgeordneter Bayan Muna ), Diana Ramos Dehn, Christine-Joahn Maier (Systemische Beraterin), Moderation: Hannah Wolf und Mirjam Overhoff (philippinenbüro)

 

Mittagspause: Lunch aus Myanmar und Zeit zum Netzwerken

 

Vorträge und Diskussionen II 14:30 – 16:00 Uhr

 

Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie: Menschenrechte und das neue Lieferkettengesetz
[Refektorium]

Die Textilindustrie ist in vielen asiatischen Ländern ein wichtiger Wirtschaftszweig. Vor allem Frauen arbeiten zu Niedriglöhnen in Fabriken, in denen ein Großteil der in Deutschland verkauften Mode unter prekären Arbeitsbedingungen hergestellt wird. Zivilgesellschaft, Gewerkschaften und Politik fordern seit langem bessere Produktionsbedingungen und unternehmerische Sorgfaltspflichten. Ist die Branche in den letzten Jahren nachhaltiger und sozialer geworden? Was muss sich ändern? Welche Chancen bietet das neue Lieferkettengesetz? 

Jiska Gojowczyk (Südwind-Institut), Gisela Burckhardt (FEMNET), Moderation: Philip Degenhardt (Rosa-Luxemburg-Stiftung)

 

Asien und Pazifik im Visier: Wie wertebasiert ist unsere Außenpolitik?
[Clarenbach-Saal]

Demokratie, Frieden, Sicherheit und Menschenrechte sollen die Außenpolitik der Bundesregierung bestimmen. Das BMZ richtet seine Entwicklungspolitik in Asien neu aus, nachdem bereits die Indo-Pazifik-Leitlinien verabschiedet wurden. Was bedeutet das für die Realpolitik, was für die jeweiligen Zivilgesellschaften? Denn die politischen und wirtschaftlichen Interessen der EU und Bundesregierung sind oft widersprüchlich zu diesen hehren Zielen. Wie realistisch sind diese Werte, wie stark fordert man sie ein und wie viel Dialog darüber findet mit den Partnerländern statt? Über Interessenkonflikte und Kompromisse sprechen wir in einem Panel.

Johannes Icking (Brot für die Welt), Bertram Lang (Universität Göttingen, Kuratorium Stiftung Asienhaus), Moderation: Monika Schlicher (Stiftung Asienhaus)

 

Eisige Grenzen überwinden: Chinesische und indische NGOs im Kampf gegen den Klimawandel
[Fliesteden-Raum]

Auswirkungen des Klimawandels betreffen Menschen über alle Staatsgrenzen hinweg. Wo politische Kooperationen auf globaler Ebene hinter den Anforderungen die Rekordtemperaturen und Gletscherschmelzen stellen zurückbleiben, spielen NGOs eine wichtige Rolle. Sie können entscheidende Impulse für Prävention, Minderung und Anpassung liefern. Doch globalpolitische Spannungen und unterschiedliche Rahmenbedingungen, insbesondere in Ländern wie China und Indien, stehen transnationalen zivilgesellschaftlichen Zusammenschlüssen im Weg. Wir betrachten Herausforderungen und Chancen dieser Zusammenarbeit.

Dieter Reinhardt (North East India Forum), Edda Kirleis, Martin Voß (Germanwatch), Joanna Klabisch (Stiftung Asienhaus), Moderation: Christian Straube (Stiftung Mercator)

 

Abschluss 16:15 – 17:00 Uhr

Meet and Greet – Zivilgesellschaft stärken!

Was macht eine Zivilgesellschaft stark? Was brauchen Bewegungen und Aktivist:innen? Im Wrap-Up führen Jan Pingel (Kuratorium Stiftung Asienhaus) und Mirjam Overhoff (philippinenbüro) die Inhalte, Ideen und Kontroversen des Asientags zusammen und laden zum Austausch und Ausklang beim Snack ein.

 

Austausch und Ausstellung

Im Rahmen des Asientages stellen auf dem Markt der Möglichkeiten zivilgesellschaftliche Organisationen ihre Arbeit vor. 

Wir zeigen in den Räumlichkeiten zudem die Ausstellung 'Extracting Us – Feminismus, Kohle und Just Transition'. Sie zeigt indonesische Alltagsaufnahmen um stillgelegte Kohleminen. Die Ausstellung wurde initiiert von Anti-Kohle-Aktivistin Siti Maimunah. 

 

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