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Blickwechsel: Indien: Durchregieren an den Unis

Narendra Modi ist ein identitärer Überzeugungstäter. Seit 2014 regiert er Indien mit einer absoluten Mehrheit seiner Bharatya Janata Party (BJP). Modi betreibt eine autoritäre Politik der Gleichschaltung öffentlicher Institutionen und ihrer Säuberung von kritischen und alternativen Kräften. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf den Universitäten. Ein Blickwechsel von Christa Wichterich

Modis Politik ruht auf den Säulen eines populistischen Hindu-Nationalismus und eines neoliberalen Wirtschaftskurses. Im Zeichen der Safran-Flagge verschmelzen ökonomische und kulturelle Herrschaft. Modi inszeniert sich als Saubermann gegen die allgegenwärtige Korruption im Land und fährt systematisch Ausgrenzungsstrategien gegen "andere", ihm unliebsame gesellschaftlichen Gruppen sowie gegen alles Muslimische. Kritische zivilgesellschaftliche Organisationen werden durch Entzug finanzieller Mittel und ständige Verunglimpfung als vom Ausland gesteuert und als "unindisch" systematisch geschwächt. Auch dem für Frauen in ländlichen Regionen geschaffenen Empowerment-Programm Mahila Samakhya wurden 2015 die Gelder der Zentralregierung gestrichen. Das alles schafft ein Klima der Überwachung und Einschüchterung.

Autor:inneninformation

Christa Wichterich ist Publizistin, freiberufliche Soziologin und Mitglied im Kuratorium der Stiftung Asienhaus. Sie hat Anfang der
1980er Jahre drei Jahre lang an der Jawaharlal Nehru Universität (JNU) unterrichtet.

Herausgeber
Stiftung Asienhaus
Publiziert am
in Schriftenreihe:
Blickwechsel, Dezember 2017
Sprache
deutsch
Kategorien Indien | Publikationen | Blickwechsel | Stiftung Asienhaus | Politische Systeme | Zivilgesellschaft | Asienhaus

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