Ein aktueller Bericht der Indigenous Peoples Alliance of the Archipelago (AMAN) in Zusammenarbeit mit dem Forest People Programme beleuchtet die zunehmend bedrohliche Lage für indigene Bevölkerungsgruppen vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie. Der lebenswichtige Zugang zu natürlichen Ressourcen ist ein zentraler Punkt für die indigenen Bevölkerungsgruppen Indonesiens. Corona- und Quarantänebeschränkungen haben jedoch den Bewegungsradius in ihren Lebensräumen erheblich eingeschränkt. Hinzu kommt die sich zuspitzende Situation durch das kürzlich verabschiedete Omnibus-Gesetzespaket, welches Wirtschaftszweige dereguliert sowie Umwelt- und Arbeitsschutzstandards aufweicht. Es erleichtert Unternehmen den Zugang zu Wäldern sowie den Erhalt von Konzessionen zur Nutzung und Rodung von Flächen in den Lebensräumen der indigenen Gruppierungen. Die bereits im Vorfeld der Corona-Pandemie angespannte Beziehung zwischen der Zentralregierung und indigenen Gruppen spitzt sich damit weiter zu.
Die Impfung der Bevölkerung in Indonesien läuft nur langsam an. Besonders indigene Bevölkerungsgruppen haben einen erschwerten Zugang zu Impfstoff. Aufgrund von geografischen und bürokratischen Gründen sind bisher nur 1 % von 17 Millionen Menschen der indigenen Bevölkerung geimpft. Das Vorweisen von Ausweispapieren, um eine Impfung zu bekommen, stellt für viele der indigenen Bevölkerung, die häufig keine Ausweise besitzen, eine Hürde da. AMAN fordert die Regierung auf, auch Menschen ohne Ausweispapiere zu impfen und zum Impfen aktiver in die meist sehr ländlich gelegenen Gemeinschaften zu gehen.