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Ressourcenabbau in Indien: Konflikte um Rechtsstaat und Menschenrechte

Im Widerstand gegen das Bauxiterz- und Aluminiumprojekt bei Kashipur, Süd-Odisha, fanden mehrere Adivasi-Aktivisten einen gewaltsamen Tod. © Johannes Laping

Indien gehört zu den Ländern mit den größten Eisenerz-, Kohle- und Bauxit-Vorkommen. Theodor Rathgeber (Adivasi-Koordination in Deutschland e.V., Sri Lanka Advocacy, Forum Menschenrechte) setzt sich mit der Gier nach Rohstoffen in Indien, ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen, lokalem Widerstand und Möglichkeiten internationaler Solidarität auseinander.

Beispiele der Rohstoffausbeutung sind nicht auf Indien beschränkt, sondern erstrecken sich auf die asiatisch-pazifische Region oder auch auf (Süd-)Afrika. Alle Lagerstätten versorgen Industriegesellschaften mit Rohstoffen, teils in nationaler, teils in internationaler unternehmerischer Regie. Umgekehrt sorgen sich Industrieländer um ihre Rohstoffversorgung und messen – in Konkurrenz mit anderen Volkswirtschaften – Rohstoffen eine geostrategische Bedeutung zu. Die Europäische Union und Deutschland haben Strategien verabschiedet, um sich den Zugang zu knapper werdenden Ressourcen zu möglichst niedrigen Preisen zu sichern. Solche Vorhaben gehen zwar mit der Formulierung ethischer Standards und Kodizes einher. Doch die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass Transparenz und Rechenschaftspflicht in solchen Verhaltenskodizes nur soweit anerkannt sind, wie Unternehmen das als sinnvoll erachten. Zusammen mit niedrigen Preisen bedeutet dies geradezu zwingend, dass die Umweltrisiken und sozialen Folgen in den Förderregionen verbleiben, während der Rohstoffreichtum nach ›außen‹ verbracht wird. Dies wird nicht überall klaglos hingenommen, Widerstand erwächst, lokal und international. Zahlreiche international operierende NGOs bearbeiten das Thema Rohstoffe und Auswirkungen auf Mensch und Umwelt, bilden Netzwerke und fordern Sorgfaltspflichten für Unternehmungen.

Autor:inneninformation

Theodor Rathgeber

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