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Auszeichnung für die osttimoresische Volksorganisation für Frauen

Verleihung des Max-Stahl-Preises für Meinungsfreiheit an die timoresische Volksorganisation für Frauen OPMT (Foto: CAMSTL)
Verleihung des Max-Stahl-Preises für Meinungsfreiheit an die timoresische Volksorganisation für Frauen OPMT (Foto: CAMSTL)

Der erste Max-Stahl Preis für Meinungsfreiheit geht an die OPMT (Organizasaun Popular da Mulher de Timor) für ihren Beitrag im Unabhängigkeitskampf des Landes.

Das Nationale Parlament von Timor-Leste hat 2022 erstmals den Max-Stahl-Preis für Meinungsfreiheit verliehen. Mit dem Preis soll der Einsatz  von Persönlichkeiten und Organisationen gewürdigt werden. Ziele sind die Förderung der Meinungsfreiheit und die Bewahrung des Gedächtnisses an den Unabhängigkeitkampf und die Geschichte des Landes. Auch ein ein Beitrag zur staatsbürgerlichen Erziehung und zur Befähigung junger Menschen soll damit geleistet werden.

Die fünf Jurymitglieder - Pater Júlio Crispin, die ehemalige Ministerin Lúcia Lobato, die Botschafter Maria Domingas Fernandes Alves und Joaquim da Fonseca sowie der ehemalige Minister Constâncio Pinto - hatten zunächst die Bewerbungen gesichtet und dem Parlament dann drei Kandidat:innen vorgeschlagen.

Die Wahl des Parlaments fiel auf die OPMT, die Volksorganisation der Frauen von Timor-Leste. Sie gründetet sich 1975 als Frauenorganisation der Partei FRETILIN, die für die Unabhängigkeit kämpfte. Erste Generalsekretärin war Rosa Muki Bonaparte, die auch als einzige Frau im Zentralkomitee der Partei wirkte.

Rosa Muki Bonaparte: „Nichts ist stärker als eine Frau, die für das kämpft, woran sie glaubt.“ Graffiti in Dili (Foto: Monika Schlicher)Die OPMT stellte sich der Unterdrückung von Frauen durch Kolonialismus und Partriachat, durch Kultur und Traditionen entgegen. Ihre politische Arbeit zur Befreiung von Frauen verband die OPMT mit Bildungsarbeit: es gelang ihr die Analphabetenrate von Frauen zu senken,  Kinderkrippen und öffentliche Kinderbetreuung sollten zu mehr Gleichberechtigung von Frauen und Männern im Haushalt führen. Die illegale Invasion durch Indonesien am 7. Dezmber 1975 setzte der Arbeit in dieser Form ein Ende. Die OPMT wirkte zunächst in den noch freien Gebieten des Landes und sodann aus dem Untergrund heraus im Unabhängigkeitskampf. Rosa Muki Bonaparte wurde zuletzt am 8. Dezember 1975 am Hafen in Dili gesehen.  Das indonesische Militär richtete dort in den ersten Tagen der Invasion zahlreiche Menschen hin und warf ihre Leichen ins Meer

Mit der Auszeichnung, so erklärt das Parlament, würdigt es auch Max Stahl, der im Oktober 2021 verstorben ist, "für seinen enormen Einsatz, seine Professionalität und seine Unterstützung für die Sache der Selbstbestimmung des osttimoresischen Volkes, indem es sein Andenken und seinen kämpferischen Geist sowie den Geist der jungen Menschen, die sich am 12. November 1991 der Unterdrückung entgegenstellten und im Namen der Freiheit fielen, lebendig hält". Der Preis wird jährlich verliehen und am 12. November im Nationalen Parlament feierlich überreicht.

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